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Sonntag, 14. Juni 2015

Ausgegraben: Robin Gibb. Saved By The Bell - Collected Works 1968-1970 (3CD-Box)


Dieser Tage ist eine erstaunliche CD-Box erschienen, die nicht nur für Fans Robin Gibbs oder der Bee Gees von Interesse sein dürfte (und sollte). Rund 45 Jahre nach ihrer Enstehung, werden hier nun die allermeisten Songs dieser Box erstmals veröffentlicht, nachdem ein Großteil dieses Materials lange Zeit als verschollen galt. Ganze 10 Jahre nahm die Arbeit an dieser Zusammenstellung in Anspruch. 10 Jahre, in denen nicht nur die Masterbänder aufgespürt werden, sondern Produzent Andrew Sandoval auch auf Acetate zurückgriff, die erst teuer auf Aktionen erstanden oder von Sammlern ausgeliehen werden mussten. Umso erstaunlicher ist nun das Ergebnis.

Als Anfang 1970 Robin Gibbs erstes Soloalbum Robin's Reign erschien, war er längst wieder im Studio, um Songs für ein Nachfolgealbum, Sing Slowly Sisters benannt, einzuspielen. Doch es kam anders als gedacht. Nicht nur die Erfolgslosigkeit der Solokarrieren seiner Brüder Barry Gibb und Maurice Gibb, sondern auch die Unzufriedenheit mit seinem Dasein als Solokünstler, nachdem er zuvor beinahe 15 Jahre gemeinsam mit ihnen die Bee Gees von einer australischen Kindergesangsgruppe zu einer international erfolgreichen Popband geführt hatte, ließen ihn noch im Jahr 1970 einer Reunion mit seinen Brüdern zustimmen, obwohl er selbst mit dem Singlehit Saved By The Bell im Sommer 1969 auf einen europaweiten Tophit zurück blicken konnte. Und auch zwei Nachfolgesingles konnten in Europa in den Charts punkten.

In einem Interview bezeichnete Robin Gibb diese Zeit einmal als seine dunkle Zeit. Kein Wunder, dass er an dem Solomaterial nach der Reunion der Bee Gees und den neuen gemeinsamen Erfolgen, schnell sein Interesse verlor. Offenbar so sehr, dass die Masterbänder der meisten der Aufnahmen aus den Jahren 1969/70 offenbar verloren gingen.

Robin's Reign erschien dann zwar Anfang der 90er Jahre einmal als CD, war jedoch nur kurzzeitig über ein Polydor Billiglabel in Krabbelkisten verfügbar und schnell eine echte Rarität unter Gibb-Fans. Von einem unveröffentlichten Album wussten allerdings nur Experten. Erst als in den späten 90er Jahren auf der legendären Ladybird-Bootleg-Reihe unveröffentlichtes Material unter dem Titel Sing Slowly Sisters veröffentlicht wurde, ahnte man, dass da noch vieles in den Archiven schlummern könnte. 

Erst vor 10 Jahren begann Robin Gibb sich wieder auf diese Zeiten zu besinnen, was dazu führte, dass er 2007 im Rahmen der BBC-Sendung Lost Albums dieses zweite unveröffentlichte Album vorstellte. Damals musste er noch auf ein Acetat zurückgreifen, das kaum besser klang, als das Ladybird-Bootleg. Aber bei den Fans wurde damals die Hoffnung genährt, dass an einer Bearbeitung und Veröffentlichung dieses Materials gearbeitet wurde.

Diese Hoffnung bekam jedoch eine Dämpfer als Robin Gibb 2012 starb. Posthum erschien zwar sein letztes Soloalbum 50 St. Cathrine's Drive, an weitere Veröffentlichungen unter seinem Namen, mochte dann aber kaum mehr jemand glauben.

Bis heute.

Saved By The Bell - Collected Works 1968-1970 ist nun wirklich die definitive Rückblende für alle Fans dieser Periode aus Robin Gibbs Karriere. 63 Songs, in den Jahren 1968 bis 1970 eingespielt, belegen nun die überaus beeindruckende Kreativität des damals gerade mal 20-jährigen Musikers, der mit einfachsten Mitteln wahre Perlen der Popmusik erschuf, im Grunde weit entfernt von dem, was er in den Jahren zuvor mit den Bee Gees produziert hatte. Robin's Reign, auf CD 1 enthalten, zeigte 1970 tatsächlich nur einen kleinen Ausschnitt aus Robin Gibbs musikalischem Universum. Die Songs, die man nun heute dem unveröffentlichtem Album zuordnet, entwickeln mit ihren z.T. grandiosen Orchesterarrangements (meist von Kenny Clayton geschrieben) in Verbindung mit frühen Drum-Computern und einfachen Keyboards eine unglaubliche Faszination. So ist CD 2, die dieses Material vornehmlich enthält, auch der Höhepunkt dieser Box. Und das in einer Klangqualität, die keinerlei Wünsche übrig lässt. Die Restauratoren haben hier ganze Arbeit geleistet.

Aber auch die 3. CD bietet Unvergleichliches, auch wenn man hier dem einen oder anderen Song die Restaurationsarbeiten anhört. So gibt es hier u.a. Demos zu hören, die Robin Gibb bereits zu seinen Zeiten mit den Bee Gees solo eingespielt hat, aber auch seine raren BBC-Sessions vom Januar 1970 und seine Hommage an die Mondlandung, Moon Anthem betitelt, ein 5-minütiges Stück für Chor und Orchester. 

Wenn man nun noch berücksichtigt, dass dieses Set, das im Übrigen ausführliche Liner Notes von Bob Stanley enthält, gerade mal für 20 Euro angeboten wird, dann sollte man sich diese Zusammenstellung umgehend zulegen. Es gibt viel zu entdecken!

Erhältlich über amazon.de

Samstag, 18. Juni 2011

Frank Zappa als DJ: the best radio show you've ever heard, in your life!

Frank Zappa als DJ

Am 27. Januar 1980 war Frank Zappa Gast in der BBC-Sendung Star Special, in der einmal Musiker die Möglichkeit erhielten, ihre Lieblingssongs zu spielen. Die Sendung wurde von 1979 bis 1981 produziert und am Sonntagnachmittag auf Radio 1 ausgestrahlt. Vor Frank Zappa waren u.a. bereits David Bowie, Abba und Harry Chapin mit von der Partie; später auch Joe Jackson oder Bryan Ferry.

Warum die Sendung recht kurzlebig war, weiß ich nicht. Die Sendungen, die ich kenne, sind allesamt interessant und überraschen durchaus. An Zappa z.B. ist wirklich ein Radiomoderator verloren gegangen. Schön, wie er mit einer wunderbar warmen, beinahe perfekten Radiostimme, die Songs präsentiert, auch wenn man merkt, dass er das nicht alle Tage gemacht hat.

Und seine Songauswahl überraschte z.T. auch. Dass er so viel Popmusik spielte, hätte sich manch ein Zappafan sicher kaum vorstellen können. Dass Zappa aber stets eine große Affinität zu Popmusik der 50er und 60er Jahre hatte, wussten wohl die wenigsten. Und dass er sich 1980 mit der aktuellen Popmusik auskennt und einige echte Perlen auflegte, war sicher auch seiner Tochter Moon zu verdanken. 

Und natürlich taucht in seiner Playlist Edgard Varèse ebenso auf wie Captain Beefheart oder Igor Stravinsky. Er outet sich als Black Sabbath-Fan und zeigt sich begeistert über den Barry Gibb-Song Grease, interpretiert von Frankie Valli. Er spielt Wild Man Fischer und die GTO's, Musiker, die Zappa einst protegierte und die schon 1980 kaum mehr einer kannte.


Und da ich kürzlich an eine sehr gut klingende Aufnahme dieser Sendung gelangt bin, möchte ich sie hier nun allen Interessierten anbieten. Viel Spaß mit "the best radio show you've ever heard, in your life!":


Playlist:
01: "I'm In The Music Business" - Jeff Simmons
02: "Straight Lines" - New Music
03: "The Closer You Are" - The Channels
04: "Hyperprism" - Edgard Varèse
05: "Jesus Just Left Chicago" - ZZ Top
06: "Golden Birdies" - Captain Beefheart (From Clear Spot)
07: "I Live In A Car" - UK Subs
08: "Soul Motion" - Don Harris
09: "All Tomorrow's Parties" - The Velvet Underground
10: "Royal March" from "A Soldier's Tale" - Igor Stravinsky
11: "Iron Man" - Black Sabbath
12: "Lucky Number" - Lene Lovich
13: "Eureka Springs Garbage Lady" - GTO's
14: "Killer Queen" - Queen
15: "Mannish Boy" - Muddy Waters & Johnny Winter
16: "Jerry And The Holograms" - Jerry And The Holograms
17: "Sweet Home Alabama" - Lynyrd Skynyrd
18: "Robot" - The Plastics
19: "Desiree" - The Charts
20: "I Am The Walrus" - The Beatles
21: "Soldier Soldier" - Spizz Energy
22: "Heaven Is In Your Mind" - Traffic
23: "I'm Working For The Federal Bureau Of Narcotics" - Wild Man Fischer
24: "Paint It Black" - The Rolling Stones
25: "Caravan Man" - Lew Lewis
26: "Psycle Sluts" - John Cooper Clarke
27: "I Asked Her For Water And She Brought Me Gasoline" - Howlin' Wolf
28: "Summertime Blues" - The Flying Lizards
29: "My White Bicycle" - Tomorrow
30: "Grease" - Frankie Valli
31: "Watermelon In Easter Hay" - Frank Zappa

Wiederveröffentlicht: Ministry. The Mind Is a Terrible Thing to Taste

1989 hatte ich einen Plattenladen, in dem 50% meiner Kunden Heavy-Metal kauften. Alles, was damals so angesagt war: Metallica , Kreator ,...

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