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Sonntag, 28. August 2011

Ausgegraben: Peter Murphy - Should The World Fail To Fall Apart


Als Peter Murphys erstes Soloabum erschien, war ich zunächst enttäuscht, denn das beduete ja offenbar das Ende von Dalis Car. Dalis Car waren Peter Murphy (Ex-Bauhaus) und Mick Karn (Ex-Japan) und ihr Album The Waking Hour liebte ich 1984 sehr. Doch die Trauer hielt nicht lange vor. Denn Should The World Fail To Fall Apart war beinahe noch besser.

Besser, weil abwechslungsreicher und songorientierter. Trotzdem abseits von Mainstreampfaden. Und irgendetwas darauf ließ mich immer an den Orient denken. Keine Ahnung warum. Vielleicht lag es einfach nur an dem letzten Song Jemal, ein Instrumentalstück, das mit arabisch(?) sprechenden Stimmen unterlegt ist. Getragen wird Jemal von einem Piano, dazu die damals typischen elektronischen Sounds und ein kleines, herrlich arrangiertes Orchester; ein großartiger Abschluss eines sehr romantisch-melancholischen Albums.

Nun ist Should The World Fail To Fall Apart als 2-CD-Set wiederveröffentlicht worden und man muss sagen, dass dies eine äußerst gelungene Neuauflage ist. Der Clou ist CD 2, die ausschließlich rares, z.T. auch unveröffentlichtes Material beeinhaltet. Vor allem die diversen Versionen des Pere Ubu-Songs Final Solution, mit dem Peter Murphy 1985 eine kleinen Clubhit landen konnte, sind von Interesse. Aber auch die Up-Version von Canvas Beauty, zuvor, wie die meisten Songs auf dieser CD, lediglich auf Vinyl-B-Seiten erschienen und kaum mehr aufzutreiben, sind nun endlich wieder zugänglich. Was diese CD jedoch so gelungen macht, ist, dass die alternativen Versionen der Songs in der selben Reihenfolge wie auf dem ursprünglichen Album angeordnet sind und man somit praktisch ein alternatives Album zu hören bekommt. Klingt sehr interessant und ist praktisch alleine das Geld Wert.

Meines Erachtens unveröffentlicht ist die Coverversion des David Bowie-Songs Stay (von dessen Station To Station Album), die ebenfalls auf CD 2 enthalten ist.

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Freitag, 19. August 2011

C81 - 30 Jahre später

Vor fünf Jahr hatte ich in meinem White Noise-Blog die legendäre C81-Cassette des New Musical Express vorgestellt und darauf reichlich Reaktionen erhalten, denen ich entnehmen konnte, dass viele Menschen lediglich die C86-Cassette kannten. Klar, die war damals stilbildend, ja genrebildend, zumindest für eine kurze Zeit; die 81er-Version dagegen ist zwar die weitaus Hörenswertere, in Deutschland aber wohl die Unbekanntere.

Es war die erste des New Musical Express beigelegte MC, die in Zusammenarbeit mit dem Rough Trade-Label entstand und von Roy Carr und Christopher Rose, beides Mitarbeiter des Indie-Labels, zusammen gestellt wurde. Ganz umsonst war sie damals jedoch nicht. Man brauchte nicht nur zwei Gutscheine, sondern musste zusätzlich noch £1.50 zahlen, um an ein Exemlar zu kommen. Auf diese Weise wurden 15000 Stück verkauft. Anlass waren die ersten fünf Jahre unabhängigen Musikschaffens auf der Insel. Darüberhinaus wurde der blühenden "Cassettenkultur" der Indieszene Tribut gezollt.


Damals nannten Kritiker das den Abgesang des Postpunk. Vielleicht etwas zu früh, aber nicht völlig falsch. Es war aber in jedem Fall der Ausgangspunkt für neue Sounds, die die Cassette in ihrer ganzen Bandbreite vorstellte. Da sind zum einen die ersten vagen Reggae-, Dub- und Ska-Sounds, dann das, was, wir heute Indiepop nennen (und später in der C86 mündete), und natürlich elektronische Sounds, Punk, sogar Funk, und, bei Linx, die ersten leisen Housetöne.

Beim Hören hat es mir dann wirklich ab und an den Atem verschlagen. Geniale Songs, genial zusammengestellt. Alleine die ersten beiden Songs...sagenhaft! - keine Ahnung wie lange ich nicht mehr The Beat gehört habe. Eine interessante Saat, die hier 1981 vom NME dokumentiert wurde, und deren Früchte wir noch heute ernten können.

Und die man heute noch problemlos hören kann! Die Qualität ist nicht die beste, eben von MC vor einigen Jahren überspielt. Aber egal. Reinhören lohnt sich!




Playlist
01 - Scritti Politti - Sweetest Girl (6:07)
02 - The Beat - Twist & Crawl Dub (4:57)
03 - Pere Ubu - Misery Goats (2:27)
04 - Wah! Heat - 7000 Names Of Wah! (3:56)
05 - Orange Juice - Blue Boy (2:53)
06 - Cabaret Voltaire - Raising the Count (3:29)
07 - D.A.F - Kebab Träume (Live) (3:48)
08 - Furious Pig - Bare Pork (1:28)
09 - The Specials - Raquel (1:52)
10 - Buzzcocks - I Look Alone (2:59)
11 - Essential Logic - Fanfare In the Garden (3:00)
12 - Robert Wyatt - Born Again Cretin (3:06)
13 - The Raincoats - Shouting Out Loud (3:19)
14 - Josef K - Endless Soul (2:26)
15 - Blue Orchids - Low Profile (3:48)
16 - Virgin Prunes - Red Nettle (2:08)
17 - Aztec Camera - We Could Send Letters (4:55)
18 - Red Crayola - Milkmaid (1:58)
19 - Linx - Don't Get In My Way (5:13)
20 - The Massed Carnaby St John Cooper - The Day My Pad Went Mad (1:46)
21 - James Blood Ulmer - Jazz Is the Teacher, Funk Is the Preacher (4:01)
22 - Ian Dury - Close To Home (4:12)
23 - Gist - Greener Grass (2:31)
24 - Subway Sect - Parallel Lines (2:37)

Wiederveröffentlicht: Ministry. The Mind Is a Terrible Thing to Taste

1989 hatte ich einen Plattenladen, in dem 50% meiner Kunden Heavy-Metal kauften. Alles, was damals so angesagt war: Metallica , Kreator ,...

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