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Sonntag, 12. August 2018

Ausgelesen: Die TELDEC-Story von Rüdiger Bloemeke

"Wie ein Plattenfirma unser Leben veränderte" lautet der Untertitel dieses lesenswerten Werks von Rüdiger Bloemeke etwas großspurig. Aber tatsächlich hat die TELDEC, 1950 aus einem Joint-Venture zwischen der deutschen Telefunken und dem britischen Decca-Label entstanden, entscheidend dazu beigetragen, unseren Musikgeschmack seit den 1950er-Jahren in Deutschland zu prägen.

Aber warum ein Buch über diese Firma? Ihr fehlt jeglicher Kultcharakter, wie ihn so manches Label heute umweht, nichts, was auf den ersten Blick ein ganzes Buch rechtfertigen würde. Doch bei genauerem hinsehen, erkennt man schnell, dass dieses Unternehmen tatsächlich wesentlich dazu beigetragen hat, nach dem Krieg internationale Musik in Deutschland zu etablieren. Den Jazz und Blues in den 50ern, dann den Rock'n'Roll, in den 60ern den Beat, später den Rock. Und in den 70ern versorgte TELDEC die deutschen Hitparaden mit Popmusik, wie kaum eine andere Firma.

Dabei half zunächst das Repertoire der britischen Decca, das bei Firmengründung 1950 neben dem altbackenen und etwas verstaubten Repertoire der Telefunken, das vor allem auf deutschen Schlager, sowie Volks- und Marschmusik setzte, einen Hauch von "Exotik" mit sich brachte. Zumal Decca das London-Label betrieb, das viele US-amerikanische Künstler beheimatete.

Vertriebsdeals mit dem US-Labels RCA, Warner Bros., Capitol oder MCA brachte Stars wie Elvis Presley, Frank Sinatra oder Ray Charles in die deutschen Plattenläden. Später die bei Decca unter Vertrag stehenden Rolling Stones, David Bowie oder Van Morrison. Und aus deutschen Landen sind die Karrieren von Udo Lindenberg und Peter Maffay eng mit der Firma verbunden.

Daneben konnte die TELDEC sich aber auch einem Namen in der Forschung machen. Nachdem die Vinylschallplatte Ende der 50er-Jahre die Schallackplatte abgelöst hatte, gab es bei der TELDEC stets Bemühungen, die Qualität des eingesetzten Materials, als auch dessen Weiterverabeitung zu verbessern. So wurden im firmeneigenen Presswerk in Nortorf erstmals Singles im Füllschrift-Verfahren gepresst. Ein Verfahren, dass die Spielzeit einer Single auf bis zu 9 Minuten pro Seite erhöhte und sich schnell als Standard auch bei anderen Schallplattenfirman durchsetzte. Und als sich in den 1980ern die CD als Konkurrent zur Vinylschallplatte zu etablieren begann, entwickelte man in Nortorf das Direct Metal Mastering, kurz DMM, mit dem man die Qualität und Spielzeit der Vinylschallplatte noch einmal verbesserte. Zwar konnte man den Siegeszug der CD damit nicht stoppen, heute wird DMM allerdings weltweit beim Pressen von Schallplatten verwendet.

Autor Bloemeke gelingt mit dieser Chronik nebenbei auch einen Einblick in die popkulturellen Entwicklung der BRD und ihrer Gesellschaft, sowie einen Einblick in die internationale Musikwelt, geprägt von nur wenigen Konzernen. Das beginnt spannend mit dem politisch heiklen Zusammengehen einer deutschen mit einer britschen Schallplattenfirma, gerade einmal 5 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs, und endet schließlich Ende der 80er-Jahre mit der Übernahme der Firma durch den Warner-Konzern.

Dazu gibt es unzählige Abbildungen von Schallplattencovern, historische Fotos und auch ein paar Statistiken, die das Ganze prima abrunden. Ein lesenwertes Buch für alle, die sich für Musik, aber auch für Industriegeschichte interessieren. 

:: Die Teldec Story - Wie eine Plattenfirma unser Leben veränderte, Voodoo Verlag ​2018, Hardback, 284 Seiten, EUR 38, ISBN: 9783000596988 ::
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Sonntag, 28. August 2011

Ausgegraben: Peter Murphy - Should The World Fail To Fall Apart


Als Peter Murphys erstes Soloabum erschien, war ich zunächst enttäuscht, denn das beduete ja offenbar das Ende von Dalis Car. Dalis Car waren Peter Murphy (Ex-Bauhaus) und Mick Karn (Ex-Japan) und ihr Album The Waking Hour liebte ich 1984 sehr. Doch die Trauer hielt nicht lange vor. Denn Should The World Fail To Fall Apart war beinahe noch besser.

Besser, weil abwechslungsreicher und songorientierter. Trotzdem abseits von Mainstreampfaden. Und irgendetwas darauf ließ mich immer an den Orient denken. Keine Ahnung warum. Vielleicht lag es einfach nur an dem letzten Song Jemal, ein Instrumentalstück, das mit arabisch(?) sprechenden Stimmen unterlegt ist. Getragen wird Jemal von einem Piano, dazu die damals typischen elektronischen Sounds und ein kleines, herrlich arrangiertes Orchester; ein großartiger Abschluss eines sehr romantisch-melancholischen Albums.

Nun ist Should The World Fail To Fall Apart als 2-CD-Set wiederveröffentlicht worden und man muss sagen, dass dies eine äußerst gelungene Neuauflage ist. Der Clou ist CD 2, die ausschließlich rares, z.T. auch unveröffentlichtes Material beeinhaltet. Vor allem die diversen Versionen des Pere Ubu-Songs Final Solution, mit dem Peter Murphy 1985 eine kleinen Clubhit landen konnte, sind von Interesse. Aber auch die Up-Version von Canvas Beauty, zuvor, wie die meisten Songs auf dieser CD, lediglich auf Vinyl-B-Seiten erschienen und kaum mehr aufzutreiben, sind nun endlich wieder zugänglich. Was diese CD jedoch so gelungen macht, ist, dass die alternativen Versionen der Songs in der selben Reihenfolge wie auf dem ursprünglichen Album angeordnet sind und man somit praktisch ein alternatives Album zu hören bekommt. Klingt sehr interessant und ist praktisch alleine das Geld Wert.

Meines Erachtens unveröffentlicht ist die Coverversion des David Bowie-Songs Stay (von dessen Station To Station Album), die ebenfalls auf CD 2 enthalten ist.

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Samstag, 18. Juni 2011

Frank Zappa als DJ: the best radio show you've ever heard, in your life!

Frank Zappa als DJ

Am 27. Januar 1980 war Frank Zappa Gast in der BBC-Sendung Star Special, in der einmal Musiker die Möglichkeit erhielten, ihre Lieblingssongs zu spielen. Die Sendung wurde von 1979 bis 1981 produziert und am Sonntagnachmittag auf Radio 1 ausgestrahlt. Vor Frank Zappa waren u.a. bereits David Bowie, Abba und Harry Chapin mit von der Partie; später auch Joe Jackson oder Bryan Ferry.

Warum die Sendung recht kurzlebig war, weiß ich nicht. Die Sendungen, die ich kenne, sind allesamt interessant und überraschen durchaus. An Zappa z.B. ist wirklich ein Radiomoderator verloren gegangen. Schön, wie er mit einer wunderbar warmen, beinahe perfekten Radiostimme, die Songs präsentiert, auch wenn man merkt, dass er das nicht alle Tage gemacht hat.

Und seine Songauswahl überraschte z.T. auch. Dass er so viel Popmusik spielte, hätte sich manch ein Zappafan sicher kaum vorstellen können. Dass Zappa aber stets eine große Affinität zu Popmusik der 50er und 60er Jahre hatte, wussten wohl die wenigsten. Und dass er sich 1980 mit der aktuellen Popmusik auskennt und einige echte Perlen auflegte, war sicher auch seiner Tochter Moon zu verdanken. 

Und natürlich taucht in seiner Playlist Edgard Varèse ebenso auf wie Captain Beefheart oder Igor Stravinsky. Er outet sich als Black Sabbath-Fan und zeigt sich begeistert über den Barry Gibb-Song Grease, interpretiert von Frankie Valli. Er spielt Wild Man Fischer und die GTO's, Musiker, die Zappa einst protegierte und die schon 1980 kaum mehr einer kannte.


Und da ich kürzlich an eine sehr gut klingende Aufnahme dieser Sendung gelangt bin, möchte ich sie hier nun allen Interessierten anbieten. Viel Spaß mit "the best radio show you've ever heard, in your life!":


Playlist:
01: "I'm In The Music Business" - Jeff Simmons
02: "Straight Lines" - New Music
03: "The Closer You Are" - The Channels
04: "Hyperprism" - Edgard Varèse
05: "Jesus Just Left Chicago" - ZZ Top
06: "Golden Birdies" - Captain Beefheart (From Clear Spot)
07: "I Live In A Car" - UK Subs
08: "Soul Motion" - Don Harris
09: "All Tomorrow's Parties" - The Velvet Underground
10: "Royal March" from "A Soldier's Tale" - Igor Stravinsky
11: "Iron Man" - Black Sabbath
12: "Lucky Number" - Lene Lovich
13: "Eureka Springs Garbage Lady" - GTO's
14: "Killer Queen" - Queen
15: "Mannish Boy" - Muddy Waters & Johnny Winter
16: "Jerry And The Holograms" - Jerry And The Holograms
17: "Sweet Home Alabama" - Lynyrd Skynyrd
18: "Robot" - The Plastics
19: "Desiree" - The Charts
20: "I Am The Walrus" - The Beatles
21: "Soldier Soldier" - Spizz Energy
22: "Heaven Is In Your Mind" - Traffic
23: "I'm Working For The Federal Bureau Of Narcotics" - Wild Man Fischer
24: "Paint It Black" - The Rolling Stones
25: "Caravan Man" - Lew Lewis
26: "Psycle Sluts" - John Cooper Clarke
27: "I Asked Her For Water And She Brought Me Gasoline" - Howlin' Wolf
28: "Summertime Blues" - The Flying Lizards
29: "My White Bicycle" - Tomorrow
30: "Grease" - Frankie Valli
31: "Watermelon In Easter Hay" - Frank Zappa

Mittwoch, 25. Mai 2011

Gerade gehört: The Living Sisters - Love to Live

The Living Sisters - Love To Live

Schon vor einem Jahr ist das Album der Living Sisters erschienen. Ein Debutalbum dreier Frauen, Inara George (The Bird and the Bee), Becky Stark (Lavender Diamond) und Eleni Mandell, die bereits seit Jahren äußerst produktiv im Musikgeschäft unterwegs sind, sich nun aber als The Living Sisters zusammen gefunden haben. Ein absoluter Glücksfall, denn ihre Stimmen passen so wunderbar zusammen, dass es mich immer wieder fasziniert, sie zu hören. Und als ich gestern auf YouTube unterwegs war, um nach den dreien zu suchen, da entdeckte ich einen Clip, in dem sie den David Bowie Song Starman zum besten geben - irgendwo live aufgeführt. Etwas schräg aber zauberhaft.
Auch als Import-Vinyl erhältlich!

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Wiederveröffentlicht: Ministry. The Mind Is a Terrible Thing to Taste

1989 hatte ich einen Plattenladen, in dem 50% meiner Kunden Heavy-Metal kauften. Alles, was damals so angesagt war: Metallica , Kreator ,...

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