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Samstag, 1. Oktober 2011

Gerade gehört: Glen Campbell vs Jeff Bridges


In diesen Tagen sind die Alben zweier älterer Herren erschienen, die ich nun so oft gehört habe, dass ich inzwischen kaum glauben kann, dass sie rein zufällig so zeitgleich erschienen sind. Warum? Weil man sie so schön vergleichen kann und dabei kaum Gemeinsamkeiten ausmachen kann, sie aber trotzdem prima zusammen passen.
Schon rein formal könnten die Unterschiede kaum größer sein: für den 61-jährigen Jeff Bridges ist es sein Debut (ok, ich weiß, Bridges hat schon früher einmal ein Album eingespielt. Ich habe das aber einmal gehört und sofort wieder vergessen), für den 13 Jahre älteren Glen Campbell wohl eher sein Abschiedsalbum. Und während Campbell versucht, "ganz großes Kino" zu machen, hat der andere, der tatsächlich Schauspieler von Beruf ist, ein Album ohne große Ambitionen abgeliefert. Nach Jeff Bridges' Erfolg mit seiner Rolle als abgehalfteter Countrysänger in dem wunderbaren Film Crazy Heart, für dessen Soundtrack er bereits fünf Songs eingespielt hatte, lag es beinahe nahe, dass er es mit einem kompletten Album versuchen könnte, das ihn nicht so sehr auf das Countrygenre festlegen würde; was gelungen zu sein scheint, denn auf dem bei Blue Note erschienen Werk finden sich auch Blues- und Pop- und Folkmelodien, die Mischung, die man heute Americana nennt, um das vom klassischen Country abzugrenzen.

Einem Country, dem Glen Campbell stets verpflichtet war. Doch auch er liefert auf seinem neusten Werk Ghost on the Canvas eher ein Popalbum ab. Das hat möglicherweise damit zu tun, das Campbell nach einer Alzheimerdiagnose mit diesem finalen Album noch einmal sein Leben Revue passieren lassen wollte, weswegen das ein sehr persönliches Album geworden ist. Die zu befürchtende Gefühlsduselei blieb dabei aber glücklichwerweise aus. Das liegt ganz klar an den Songschreibern, die Campbell engagiert hat. Leute wie Paul Westerberg, Jakob Dylan, Teddy Thompson oder Robert Pollard kommen eher aus der alternativen Musikszene und ihr Songwriting trägt wesentlich zum Reiz dieses teilweise äußerst hörenswerten Albums bei.

Für manchen US-amerikanischen Musikkritiker ist dieses Album aber zu "weich". Mit Sentimentalität könnte der klassische Countryhörer sicher umgehen, mit Schwäche und Ängsten eher nicht. Campbells innere Einkehr und die daraus entspringenden Einsichten machen das Album für mich allerdings erst interessant, gehörte er doch nie zu meinen liebsten Sängern, sondern stand spätestens seit Rhinestone Cowboy 1975 auf meiner Blacklist. Countrypop vom Schlimmsten, was man damals beim AFN zu hören bekommen konnte. So etwas findet man hier aber glücklicherweise nicht.

Auch Jeff Bridges hat für sein Album äußerst gemischte Kritiken bekommen. Vor allem die Songauswahl wurde oft kritisiert (zu sentimental!). Die große Schwäche dieses Album ist jedoch für mich der Gesang. Das war schon die Schwäche beim Hören des Soundtracks zu Crazy Heart. Im Film fiel das nicht so auf, doch wenn das Bild fehlte, wurde es schwierig. Auf Jeff Bridges wünschte man sich entweder etwas mehr Whiskey in der Stimme oder mehr Dynamik. Beides fehlt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Highlights des Albums die sind, wo Gastsänger zur Unterstützung aufgefahren wurden. Darunter Ryan Bingham, Rosanne Cash, Sam Phillips und Benji Hughes. Der Rest ist völlig ok. Die Produktion von T-Bone Burnette ist gelungen, die Songauswahl erwartungsgemäß auch.

Was von den beiden Alben bleibt sind zwei Hände voll sehr guter Songs, die mich auch noch weiter begleiten werden. Und die Einsicht, dass auch große Unsympathen wie Glen Campbell, eine zweite Chance verdient haben. Und die Hoffnung, dass Jeff Bridges sein Debut mit einem zweiten Album toppen wird.

Und um die ganze Vergleicherei zum Abschluss zu bringen: Während Jeff Bridges in True Grit kürzlich die Rolle des Rooster Cogburn spielte, gab Glen Campbell 40 Jahre zuvor im Original des Westerns den Ranger LaBoeuf - und sang natürlich den Titelsong des Films.



Jeff Bridges [DL] und Glen Campbell bei amazon

Donnerstag, 8. September 2011

Gerade gehört: Ry Cooder - Pull Up Some Dust And Sit Down


Ry Cooder ist schon ein Phänomen. Jahr für Jahr bringt er neue Alben heraus und findet jedes mal ein neues Thema; dieses mal ist es der Protestsong. Ok, das Thema hat er schon öfter gestreift in seinen unermüdlichen ethnologischen Bemühungen, dem Folksong einen wichtigeren Platz in der vom Pop und Rock beherrschten Musikwelt einzuräumen. Im aktuellen Fall packt er aber ganz aktuelle Themen an, verbreitet also ganz persönlichen Protest verbunden mit seiner oft so typischen Bitternis, seiner Ironie bis hin zum Sarkasmus. Ein Kulturpessimismus, der sich oft nur im Zusammenspiel mit der Musik wieder auflöst. Denn Cooder packt seinen Protest ins Gewand klassischer Protestsongs, also Folk, Blues, Mariachi - und Ry Cooder wäre nicht Ry Cooder, würde er das nicht mit einer gehörigen Portion Humor verbinden - auch wenn der im Falle Pull Up Some Dust And Sit Down recht düster daher kommt.

Das geht los mit dem Song Quicksand, den Cooder bereits im letzten Jahr aus Anlass eines neuen Migrationsgesetzes in den USA veröffentlicht hatte. Hier gibts keine "Gnade" für die Mexikaner, die ihrem zerrütteten Land entfliehen wollen. Oder in Christmas Time This Year, dem besonderen Weihnachtsgruß für den Präsidenten:
Our boys and girls will be coming home in plastic bags I fear
then we'll know it's christmas time this year
Thank you Mr. President for your kind words and deeds
There's just one thing I'd like for you to hear
Take this war and shove it up this Crawford, Texas ass
And then you know it's christmas time this year
So stellt er auch gleich klar, welchen Präsidenten er damit meint - und unterlegt das mit herrlichen Tex-Mex-Akkordeonklängen - natürlich von Flaco Jimenez gespielt. Und in John Lee Hooker For President, wo Ry Cooder den vor 10 Jahren verstorbenen Blueser regelrecht auferstehen lässt, bekommt dann auch Präsident Obama noch sein Fett weg.

Überhaupt muss man mal die großartigen Sangeskünste Ry Cooders erwähnen. Das kommt meiner Meinung nach viel zu selten vor. Auf seinen ganz frühen Alben hielt er sich damit offenbar noch etwas zurück. Doch je älter er wurde, desto bluesiger wurde seine Stimme. Nicht nur in John Lee Hooker For President klingt er beinahe schwärzer als seine Vorbilder, auch im dem spartanischen instrumentierten Baby Joined The Army, einem Song, in dem er den amerikanischen Traum auf das Erschossenwerden im Krieg reduziert: "They told me if I get killed in battle I still get paid". Und in Simple Tools zeigt Cooder mit einfachen Mitteln wie ausweglos sich das wirkliche Leben darstellen kann.

Und am Ende des Albums angekommen, wird einem klar, warum Ry Cooder an all diesen Gruseligkeiten nicht völlig verzweifelt. Weil er die Musik dazu hat, diesem Protest eine Form zu geben. Und zwar eine wunderschöne Form. Im letzten Song des Albums allerdings, No Hard Feelings, einer romantisch klingenden Countryballade, versucht er noch einen anderen Weg der Problembewältigung:
No hard feelings no offense taken
You're just a murmur in the whispering sands of time
No bad karma, no curses on ya
You'll go your way and I'll go mine
Aber ob das so klappt?

kaufen (amazon) ist auch als Vinyl erschienen!

Donnerstag, 21. Juli 2011

Gerade gehört: Locas In Love - Lemming

Locas In Love - Lemming

Obwohl ich finde, dass es langsam Zeit wird, dass Locas In Love endlich die Aufmerksamkeit erhalten, die ihnen zusteht, machte mich die Euphorie in den Medien der letzten Wochen doch ein wenig misstrauisch. Doch ich werde mich dieser Euphorie nun uneingeschränkt anschließen! Lemming ist eine gewaltiger Schritt in eine ganz neue Richtung. Plötzlich machen die Kölner richtigen Indiepop in der Tradition der Shoegazer/Noise Tradition der 80er-Jahre. Unerwartet! Da türmen sich mitunter ganze Gitarrenwände vor einem auf, die man irgendwo zwischen Ride und Velvet Underground ansiedeln kann.

Und auch textlich scheinen sich die Songschreiber weiterentwickelt zu haben. Ganz besonders angetan hat es mir dabei das auch als Single veröffentlichte An Den Falschen Orten, das auf dem Album mit sechseinhalb Minuten völlig unwiderstehlich wird.
"Die Band aus Köln [hat sich] bereits in der Vergangenheit darauf konzentriert, schmerzliche Wahrheiten auf ungewöhnlichem Wege mitzuteilen"
sagt Jan Wiggers auf Spiegel Online. Und das trifft besonders auf Die zehn Gebote und An Den Falschen Orten zu. Wo kommt nur diese unangenehme Weisheit her? Oder Spoiler Warning, bei dem Ein Loch ist im Eimer und Let It Be auf grandiose Weise verknüpt werden: "Verstopf es mit dir selbst, mit dir selbst, mit dir selbst/ Wenn du glaubst, dass sich etwas ändert/ Wenn du glaubst, dass du es aushältst/ Sonst lass es sein, lass es gehen, lass es los/ Worte voller Weisheit: Lass es sein." Große Klasse!

Auf ihrer Webseite präsentiert die Band übrigens stolz all die tollen Rezensionen aus Presse und Netz der letzten Zeit. Und die sind die Lektüre Wert. Außerdem lesen wir dort, was es mit dem Titel Lemming auf sich hat, können das Video zu An Den Falschen Orten anschauen und im Shop auch ältere EPs/Singles und Alben downloaden. Das Album Lemming ist auch als Vinyl (inkl. CD) erhältlich!

Lemming (bei amazon) | Webseite

Sonntag, 3. Juli 2011

Gerade gehört: Ricardo Villalobos & Max Loderbauer - Re: ECM


Produziert im Berliner Laika Studio im Herbst 2009, konnte Ricardo Villalobos seine Leidenschaft zur Musik des Labels ECM mit dem Doppelalbum Re: ECM krönen. Mit Arvo Pärts Tabula Rasa baute Villalobos vor Jahren erstmals Musik seines Lieblingslabels ECM in seine DJ-Sets ein. Seine minimalistische elektronische Musik schien sich besonders leicht mit den organischen Sounds von ECM kombinieren zu lassen. Zusammen mit Max Loderbauer begann Villalobos schließlich ausgewählte Werke zu dekonstruieren und über diese mit Loops und Synthesizer zu improvisieren. Ergebnis: ein Album, das nun auf eben jenem Label, auf Manfred Eichers ECM, erschien.

Natürlich ist das rein formal gesehen auch Jazz, denn die beiden Elektroniker bedienten sich durchaus der Improvisation. Vom Gefühl her ist das jedoch eher ein Ambientalbum, erinnert mitunter an Brian Enos und David Byrnes Meisterwerk My Life In The Bush Of Ghosts, oder an späte Werke eines David Sylvian; allerdings in einer weitaus minimalistischeren Umsetzung, bedingt auch dadurch, dass Villalobos und Loderbauer nicht die einzelnen Spuren der Originale bearbeiten konnten, sondern einzelne Instrumente, Stimmen oder Atmosphären extrahierten und diese neu bearbeiteten und zusammensetzten.  

Die besten Stücke sind für mich die, die mit Stimmen arbeiten. Zum einen Resvete, basierend auf Alexander Knaifels Svete Tikhiy, und zum anderen Reblazhenstva, das auf dem Stück Blazhenstva des selben Komponisten beruht. 

Dieses Projekt ist nicht das, was man von einem Remixalbum erwarten würde. Es hat auch nichts mit Matthew Herberts ähnlichen Versuchen zu tun. Es klingt, besonders wenn man die Originale nicht kennt, praktisch wie ein eigen-ständiges Werk. Es beeindruckt durch das Wechselspiel organischer mit elektronischen Klängen und wurde exzellent gemastert. Neben Werken der bereits erwähnten Pärt und Knaifel wurden außerdem Aufnahmen und Kompositionen von Paul Giger, Louis Sclavis, Christian Wallumrød, John Abercrombie, Miroslav Vitous, Wolfert Brederode, Enrico Rava, Stefano Bollani, Paul Motian und Bennie Maupin verwendet. Ein echtes Hörerlebnis!

Kaufen (amazon) | Das Album bei ECM

Mittwoch, 15. Juni 2011

Gerade gehört: O'Death - Outside

O'Death - Outside

Eine Krebsdiagnose hinterlässt stets tiefe Spuren; im Leben eines Erkrankten ebenso, wie in dem von Angehörigen, Freunden, Bekannten - Und so war nichts mehr wie vorher, als vor zwei Jahren bei O'Death-Schlagzeuger David Rogers-Berry Krebs diagnostiziert wurde. Nun, zwei Jahre und eine Chemotherapie später, kommen O'Death mit ihrem vierten Album doch sehr verändert daher. Sie klingen erwachsener, netterweise weniger düster als früher, musikalisch traditioneller, teilweise gar etwas süßlich, aber nie unangenehm, nein, durchweg spannend und voller Überraschungen.

Wer O'Death von früher kennt, wird vielleicht deren Verspielheit vermissen, die nur noch selten durch die Songs hindurch scheint. Auch ihre mitunter völlig überdrehten Ideen, die sie leider nie richtig zu Ende brachten, sind nicht völlig verschwunden, was Songs wie Alamar oder The Lake Departed beweisen. Auf Outside wird nun seriös musiziert und O'Death schaffen es zum ersten Mal ein Album abzuliefern, das man von Anfang bis Ende durchhören kann und das weder nervt noch langweilt. Kurz: ihr bestes Album bisher.

Wer Tom Waits mag, sich an Gavin Friday erinnert und das eine oder andere Calexico-Album im Plattenschrank hat, der sollte hier unbedingt mal reinhören. Es ist bei City Slang erschienen und auch als Vinyl erhältlich.

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Sonntag, 12. Juni 2011

Gerade gehört: Feelies - Here Before

Feelies - Here Before

Kann denn diesen Sommer eigentlich noch etwas schief gehen? Nein, denn die Feelies haben ein neues Album veröffentlicht! Und das könnte tatsächlich das Sommeralbum werden, eventuell sogar das Album des Jahres. Here Before heißt es übrigens. Es wurde natürlich in Hoboken eingespielt. In der Besetzung mit der sie schon 2008 einige Reunionkonzerte gegeben haben, also mit Glenn Mercer und Bill Million an den Gitarren, Dave Weckerman (Percussion), Bassistin Brenda Sauter, sowie Stan Demeski am Schlagzeug.

Das Schöne: die Feelies klingen einerseits wie vor 20 Jahren, als sie wie Velvet Underground 20 Jahre zuvor klangen: melodiöser Garagenpop mit ausgfeilter aber unspektakulärer Gitarrenarbeit, das was mir an der Band schon immer am Besten gefiel. Aber sie klingen auch erwachsener und nachdenklicher, wenngleich ihre Songs nicht mehr von der selben Angst durchzogen sind, wie zu früheren Zeiten. Und so sind die Kritiken auch überwiegend positiv. Der Guardian etwa schließt seine Kritik mit den Worten:
...its distinctly pastoral feeling is tempered with a slight nervousness and tension, the sound of the city [New York] meeting the countryside. It's gorgeous.
Etwas kritischer ist das Dusted Magazine und bemerkt treffend:
Here Before isn’t a perfect album. The energy ebbs midway through, and it’d be nice to have a few more surprises like that guitar solo. But it tells the truth; The Feelies really are here again, operating in a fashion as insular and purposeful as they did in days of old without denying who they are now. It’s good to have them around.
Also ein prima Album für die heißen, trägen Tage in der Hängematte, oder, etwas weniger exotisch, auf dem Balkon!
Die Vinylausgabe des Album ist streng limitiert und enthält eine Downloadkarte.
Bleibt zu erwähnen, dass die Alben Crazy Rhythms und The Good Earth kürzlich neu veröffentlicht wurden. Auch sie sind in ihren Vinylausgaben mit Downloadkarten ausgestattet, die exklusiv reichlich Bonusmaterial bereithalten!

Anhören (Clips)

Freitag, 3. Juni 2011

Gerade gehört: Arctic Monkeys - Suck It And See

Arctic Monkeys - Suck It And See

Ich bin kein Arctic Monkeys-Fan, kenne aber ihre Alben und habe sie immer wieder gerne gehört. Das letzte, in Amerika produzierte Album Humbug allerdings, ließ erste Schwächen erkennen, die nun, auf dem aktuellen Werk, noch deutlicher hervor treten.
Klar, wenn man ein Album in den USA einspielt, will man auch nach USA klingen. Und dann ist es in der Regel auch Schluß mit Poppen, denn dann wird gerockt. Leider ist das ein Weg, den schon viele Bands und Musiker eingeschlagen haben, wenn sie zwar das nötige Kleingeld hatten, ihnen aber die Ideen, sprich die Melodien ausgegangen sind. Das ist auch auf Suck It And See ganz deutlich zu hören. Da wirken die Referenzen und Zitate an die amerikanische Rockmusik schon beinahe etwas hilflos, wenn nicht anbiedernd. Und das ist wirklich schade. (Und mit einer Rückkehr zum Britpop, wie ich an verschiedenen Stellen lesen konnte, hat das nun wirklich gar nichts zu tun!)

Für mich sind die Monkeys auf dem neuen Album immer dann am besten, wenn sie nach Iggy Pop klingen. Egal, ob sie das als Zitat oder sonstwie meinen. Es ist gut. Auch gut, dass es wenigstens diese handvoll passabler Songs gibt! Denn die Arctic Monkeys müssen aufpassen. Sie sind auf dem direkten Weg ins musikalische Einerlei.
Auch als Vinyl erhältlich!

Daten:
17.06.11 - Southside Festival - Tuttlingen
19.06.11 - Hurricane Festival - Bremen
20.06.11 - Admiralspalst - Berlin
22.06.11 - E-Werk - Köln
23.06.11 - Paradiso - Amsterdam (ausverkauft)
26.06.11 - Rock A Field Festival 2011 - Luxemburg
29.06.11 - Le Zenith Nantes Metropole - Nantes, Frankreich
01.07.11 - Rock Werchter 2011 - Werchter, Belgien
03.07.11 - Eurockéennes Festival - Belfort, Frankreich
08.07.11 - T In The Park - Kinross, Schottland
09.07.11 - Oxegen - Punchestown Racecourse, Irland
11.07.11 - Les Nuits De Fourvière - Lyon, Frankreich
14.07.11 - Super Bock Super Rock Festival - Portugal
16.07.11 - Benicassim Festival - Benicassim, Spanien
17.07.11 - Gurten Festival - Bern

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Mittwoch, 25. Mai 2011

Gerade gehört: The Living Sisters - Love to Live

The Living Sisters - Love To Live

Schon vor einem Jahr ist das Album der Living Sisters erschienen. Ein Debutalbum dreier Frauen, Inara George (The Bird and the Bee), Becky Stark (Lavender Diamond) und Eleni Mandell, die bereits seit Jahren äußerst produktiv im Musikgeschäft unterwegs sind, sich nun aber als The Living Sisters zusammen gefunden haben. Ein absoluter Glücksfall, denn ihre Stimmen passen so wunderbar zusammen, dass es mich immer wieder fasziniert, sie zu hören. Und als ich gestern auf YouTube unterwegs war, um nach den dreien zu suchen, da entdeckte ich einen Clip, in dem sie den David Bowie Song Starman zum besten geben - irgendwo live aufgeführt. Etwas schräg aber zauberhaft.
Auch als Import-Vinyl erhältlich!

The Living Sisters bei Vanguard Records | Kaufen (amazon)

Sonntag, 22. Mai 2011

Gerade gehört: Tied + Tickled Trio + Billy Hart - La Place Demon


Schon seit Anfang April auf meiner Festplatte bin ich erst jetzt dazu gekommen mir das neue Werk des Tied + Tickled Trios anzuhören. Zur Verstärkung haben sich die Brüder Markus und Micha Acher dieses mal u.a. den fantastischen Saxophonisten Johannes Enders, den Klarinettisten Ulrich Wangenheim, sowie als Special Guest den Schlagzeuger Billy Hart ins Studio geholt; und präsentieren auf diese Weise eine äußerst gelungene Mischung aus Hard Bob, Cool-Jazz bis hin zu wüsten Free-Jazz-Passagen. Aber alles wohldosiert und extrem unterhaltsam.
Auch als Vinyl erhältlich!


Tour Daten:
30.05 München — Volkstheater
31.05 Mannheim — Alte Feuerwache
01.06 Leipzig — Centraltheater
02.06 Berlin — HAU 1

Tied + Tickled Trio bei Morr | Kaufen (amazon)

Montag, 16. Mai 2011

Gerade gehört: Kate Bush - Director's Cut

Kate Bush - Director's Cut

Während ich das schreibe höre ich die neue CD von Kate Bush bereits zum vierten Mal und es stellt sich kein Verschleiß ein. Im Gegenteil: einige Songs wachsen mit der Zeit. Und die Songs haben ja tatsächlich schon reichlich Zeit auf dem Buckel, denn sie stammen allesamt aus den beiden Alben The Red Shoes (vom November 1993) und The Sensual World (Okt. 1989). Mit beiden Alben bin ich nie sonderlich warm geworden. Besonders The Red Shoes fand ich stets ideenlos in jeder Hinsicht und empfand das anschließende Ausbleiben einens Nachfolgealbums auch immer als sehr konsequent.

Nach dem überwältigenden Erfolg von Hounds Of Love waren die Ansprüche an die Nachfolgealben natürlich groß. Kate Bush konnte sie nicht erfüllen. Ich halte sie jedoch für charakterstark genug, um Erwartungen von außen gar nicht zuzulassen. Nicht umsonst sagt man, man solle auf dem Höhepunkt seines Schaffens aufhören. In unserer Zeit werden diese Höhepunkte allerdings an den Kontoständen der Beteiligten und nicht mit kreativen Maßstäben gemessen. Dass Kate Bush nach wie vor großartige Songs schreiben konnte, zeigt, dass es nicht an ihr lag, dass diese Alben so flau aussfielen.

Das muss Kate Bush gewurmt haben. Ein Jammer, wenn gute Songs auf unterbewerteten Alben verschwinden. Also hat sie sich hingesetzt und einen Director's Cut angefertigt, dabei einige Songs neu eingespielt, andere neu abgemischt oder editiert und die eine oder andere Textzeile angepasst. Und das Gute: es passt, es klingt wie ein neues Album. Ja, selbst einige Songs klingen wie neue, aktuelle Kompositionen. Kate Bush hat eine neue Sprache gefunden, um diese Songs nach 20 Jahren wiederzubeleben. Und das ist gut!

Den eingefleischten Fans (die sich ja auch schon mal als die undankbarsten erweisen können) streiten nun natürlich darüber. Sie kennen die Songs zur Genüge und wünschen sich neue. Ich rate ihnen jedoch, sich dieses Album in Ruhe anzuhören. Sie werden eine Menge Neues entdecken. Und von schlechtem Sound, Hauptstreitpunkt unter den "Experten" mit ihren vom Digitalen verkorksten Ohren, kann ich nichts hören. Kate Bush bevorzugt nun einmal einen warmen, analogen Sound und das hat sie schon immer getan und das klang auf Vinyl auch immer gut. Lediglich die CD-Versionen ihrer Alben hatten mitunter einen etwas muffeligeren Sound. Auch ihr Comeback-Album Aerial von 2005 klang nicht anders. Damals gab es kaum Kritik.

Noch schlimmer die Fans, die ihre Stimme als "stellenweise brüchig" beschreiben. Leute, diese Frau ist kein junges Mädchen mehr! Ich empfinde Kate Bushs Stimme als reifer aber 100% wiedererkennbar und nie brüchig. Die Kiekser von ganz früher fehlen. Ansonsten hat sie nichts eingebüßt.

Das Album gibt es auch in einer Ausgabe mit 3 CDs. Neben dem originalen Album enthält das Set auch die beiden Alben The Red Shoes und The Sensual World, eines davon allerdings in nahezu unveränderter, das andere in remasterter Version. Das Set kostet zwar keine 10 EURO mehr als die Einzel-CD, ist trotzdem etwas fragwürdig. Möglicherweise waren diese beiden Alben aber zuletzt gar nicht mehr erhältlich und Kate Bush wollte sie so wieder zugänglich machen. Wer weiß. Ist aber im Endeffekt egal.

Bleibt zu erwähnen, dass es dieses Album ab Freitag (20.5.) auch als Doppel-Vinyl gibt, und dass es das erste auf ihrem eigenen Label Fish People ist. Entsprechend wurde auch ihre Webseite umgestaltet. Dort kann man sich auch das Video mit Robbie Coltrane anschauen.

Kaufen (amazon) | Interview im Zeit Magazin vom 15. Mai 2011

Sonntag, 15. Mai 2011

Gerade gehört: Bohren und der Club of Gore - Beileid

Bohren und der Club of Gore - Beileid

Das lustigste an Bohren und der Club of Gore ist ja, dass viele Menschen nicht wissen, wo sie diese Musik einordnen können. Zwischen Doom (auf Wikipedia wird das Drone-Doom genannt) bis Jazz ist da alles vertreten. Für mich ist das einfach nur langsame, um nicht zu sagen, sehr, sehr langsame Musik, eingespielt in Quartettbesetzung mit Bass, Schlagzeug, Saxophone und Tasteninstrumenten. Die Langsamkeit der Darbietung ermöglicht es die einzelnen Töne so lange zu dehnen, bis sie praktisch ein Eigenleben entwickeln. Dann ist man ganz in der Nähe von Ambient-Musik. Ein in der Musik (beinahe) einzigartiges Projekt, das immer wieder für neue Überraschungen sorgt. Auf diesem Minialbum mit knapp 40 Minuten Spielzeit z.B. durch eine Coverversion eines Doro Pesch-Titels, für den die Band sich keinen geringeren als Mike Patton als Sänger ins Studio holte.

Tour Daten:
02.07.2011 Duisburg (DE), Traumzeit Festival
06.08.2011 Kattowice (PL), Off Festival
30.09.2011 Essen (DE), Denovali Swingfest

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Freitag, 13. Mai 2011

Gerade gehört: Autechre - EPs 1991-2002

Autechre - EPs 1991-2002
Autechre - EPs 1991-2002

OK, ich habe die Box nicht ganz gehört, nur so reingehört, vor allem in die erste EP Cavity Job, die nun zum ersten Mal auf CD erschienen ist. Viele, zugegeben: die meisten Titel, die in der Box enthalten sind, kann ich heute nur noch schwer ertragen. Vor 10, 12 Jahren, als ich Autechre für mich entdeckte, war ich z.T. tief beeindruckt von derem messerscharfen Sound, der oft, und erst recht in Verbindung mit den Videos, ganz neue Gefilde der Technomusik auslotete. Das war aufregend - heute aber macht mich das leider eher kirre.

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Gerade gehört: Bootsy Collins - Tha Funk Capitol Of The World

Bootsy Collins - Tha Funk Capitol Of The World
Bootsy Collins - Tha Funk Capitol Of The World

Zunächst wollte ich mir dieses neue Album des Veteranen des Funk, Bootsy Collins, einst Bassist in der Band von James Brown und Mitglied in Bands wie Parliament und Funkadelic, gar nicht anhören. Ich befürchtete ein nichtsagendes Alterswerk. Dann las ich heute das Interview mit ihm in der taz zu seinem 60. Geburtstag. Das war sehr amüsant und ich entschloss mich doch mal reinzuhören, in Tha Funk Capitol Of The World - und nun bin ich positiv überrascht. Ein prima Funkalbum, mit allem was eine gute Bootsy-Collins-Scheibe ausmacht und auch noch ein wenig mehr. So überrascht er auf dem Song Siento Bombo sogar mit Latintönen. Darüberhinaus gibt es, eigentlich nichts Ungewöhnliches, ohne Ende Gäste, von Snoop Doggy Dog über Buckethead bis zu Samuel L. Jackson und (Grüße ins Jenseits!) Jimi Hendrix. Ein großer Spaß!
Auch als Vinyl erhältlich.

Außerdem kommt Bootsy Collins im Juli für zwei Konzerte nach Europa. Dabei tritt er in Rotterdam auf dem North Sea Jazz Festival und in Montreux auf dem dortigen Jazzfestival auf.

Interview (taz.de) | Kaufen (amazon)

Wiederveröffentlicht: Ministry. The Mind Is a Terrible Thing to Taste

1989 hatte ich einen Plattenladen, in dem 50% meiner Kunden Heavy-Metal kauften. Alles, was damals so angesagt war: Metallica , Kreator ,...

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