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Donnerstag, 21. Juli 2011

Gerade gehört: Locas In Love - Lemming

Locas In Love - Lemming

Obwohl ich finde, dass es langsam Zeit wird, dass Locas In Love endlich die Aufmerksamkeit erhalten, die ihnen zusteht, machte mich die Euphorie in den Medien der letzten Wochen doch ein wenig misstrauisch. Doch ich werde mich dieser Euphorie nun uneingeschränkt anschließen! Lemming ist eine gewaltiger Schritt in eine ganz neue Richtung. Plötzlich machen die Kölner richtigen Indiepop in der Tradition der Shoegazer/Noise Tradition der 80er-Jahre. Unerwartet! Da türmen sich mitunter ganze Gitarrenwände vor einem auf, die man irgendwo zwischen Ride und Velvet Underground ansiedeln kann.

Und auch textlich scheinen sich die Songschreiber weiterentwickelt zu haben. Ganz besonders angetan hat es mir dabei das auch als Single veröffentlichte An Den Falschen Orten, das auf dem Album mit sechseinhalb Minuten völlig unwiderstehlich wird.
"Die Band aus Köln [hat sich] bereits in der Vergangenheit darauf konzentriert, schmerzliche Wahrheiten auf ungewöhnlichem Wege mitzuteilen"
sagt Jan Wiggers auf Spiegel Online. Und das trifft besonders auf Die zehn Gebote und An Den Falschen Orten zu. Wo kommt nur diese unangenehme Weisheit her? Oder Spoiler Warning, bei dem Ein Loch ist im Eimer und Let It Be auf grandiose Weise verknüpt werden: "Verstopf es mit dir selbst, mit dir selbst, mit dir selbst/ Wenn du glaubst, dass sich etwas ändert/ Wenn du glaubst, dass du es aushältst/ Sonst lass es sein, lass es gehen, lass es los/ Worte voller Weisheit: Lass es sein." Große Klasse!

Auf ihrer Webseite präsentiert die Band übrigens stolz all die tollen Rezensionen aus Presse und Netz der letzten Zeit. Und die sind die Lektüre Wert. Außerdem lesen wir dort, was es mit dem Titel Lemming auf sich hat, können das Video zu An Den Falschen Orten anschauen und im Shop auch ältere EPs/Singles und Alben downloaden. Das Album Lemming ist auch als Vinyl (inkl. CD) erhältlich!

Lemming (bei amazon) | Webseite

Samstag, 18. Juni 2011

Frank Zappa als DJ: the best radio show you've ever heard, in your life!

Frank Zappa als DJ

Am 27. Januar 1980 war Frank Zappa Gast in der BBC-Sendung Star Special, in der einmal Musiker die Möglichkeit erhielten, ihre Lieblingssongs zu spielen. Die Sendung wurde von 1979 bis 1981 produziert und am Sonntagnachmittag auf Radio 1 ausgestrahlt. Vor Frank Zappa waren u.a. bereits David Bowie, Abba und Harry Chapin mit von der Partie; später auch Joe Jackson oder Bryan Ferry.

Warum die Sendung recht kurzlebig war, weiß ich nicht. Die Sendungen, die ich kenne, sind allesamt interessant und überraschen durchaus. An Zappa z.B. ist wirklich ein Radiomoderator verloren gegangen. Schön, wie er mit einer wunderbar warmen, beinahe perfekten Radiostimme, die Songs präsentiert, auch wenn man merkt, dass er das nicht alle Tage gemacht hat.

Und seine Songauswahl überraschte z.T. auch. Dass er so viel Popmusik spielte, hätte sich manch ein Zappafan sicher kaum vorstellen können. Dass Zappa aber stets eine große Affinität zu Popmusik der 50er und 60er Jahre hatte, wussten wohl die wenigsten. Und dass er sich 1980 mit der aktuellen Popmusik auskennt und einige echte Perlen auflegte, war sicher auch seiner Tochter Moon zu verdanken. 

Und natürlich taucht in seiner Playlist Edgard Varèse ebenso auf wie Captain Beefheart oder Igor Stravinsky. Er outet sich als Black Sabbath-Fan und zeigt sich begeistert über den Barry Gibb-Song Grease, interpretiert von Frankie Valli. Er spielt Wild Man Fischer und die GTO's, Musiker, die Zappa einst protegierte und die schon 1980 kaum mehr einer kannte.


Und da ich kürzlich an eine sehr gut klingende Aufnahme dieser Sendung gelangt bin, möchte ich sie hier nun allen Interessierten anbieten. Viel Spaß mit "the best radio show you've ever heard, in your life!":


Playlist:
01: "I'm In The Music Business" - Jeff Simmons
02: "Straight Lines" - New Music
03: "The Closer You Are" - The Channels
04: "Hyperprism" - Edgard Varèse
05: "Jesus Just Left Chicago" - ZZ Top
06: "Golden Birdies" - Captain Beefheart (From Clear Spot)
07: "I Live In A Car" - UK Subs
08: "Soul Motion" - Don Harris
09: "All Tomorrow's Parties" - The Velvet Underground
10: "Royal March" from "A Soldier's Tale" - Igor Stravinsky
11: "Iron Man" - Black Sabbath
12: "Lucky Number" - Lene Lovich
13: "Eureka Springs Garbage Lady" - GTO's
14: "Killer Queen" - Queen
15: "Mannish Boy" - Muddy Waters & Johnny Winter
16: "Jerry And The Holograms" - Jerry And The Holograms
17: "Sweet Home Alabama" - Lynyrd Skynyrd
18: "Robot" - The Plastics
19: "Desiree" - The Charts
20: "I Am The Walrus" - The Beatles
21: "Soldier Soldier" - Spizz Energy
22: "Heaven Is In Your Mind" - Traffic
23: "I'm Working For The Federal Bureau Of Narcotics" - Wild Man Fischer
24: "Paint It Black" - The Rolling Stones
25: "Caravan Man" - Lew Lewis
26: "Psycle Sluts" - John Cooper Clarke
27: "I Asked Her For Water And She Brought Me Gasoline" - Howlin' Wolf
28: "Summertime Blues" - The Flying Lizards
29: "My White Bicycle" - Tomorrow
30: "Grease" - Frankie Valli
31: "Watermelon In Easter Hay" - Frank Zappa

Sonntag, 12. Juni 2011

Gerade gehört: Feelies - Here Before

Feelies - Here Before

Kann denn diesen Sommer eigentlich noch etwas schief gehen? Nein, denn die Feelies haben ein neues Album veröffentlicht! Und das könnte tatsächlich das Sommeralbum werden, eventuell sogar das Album des Jahres. Here Before heißt es übrigens. Es wurde natürlich in Hoboken eingespielt. In der Besetzung mit der sie schon 2008 einige Reunionkonzerte gegeben haben, also mit Glenn Mercer und Bill Million an den Gitarren, Dave Weckerman (Percussion), Bassistin Brenda Sauter, sowie Stan Demeski am Schlagzeug.

Das Schöne: die Feelies klingen einerseits wie vor 20 Jahren, als sie wie Velvet Underground 20 Jahre zuvor klangen: melodiöser Garagenpop mit ausgfeilter aber unspektakulärer Gitarrenarbeit, das was mir an der Band schon immer am Besten gefiel. Aber sie klingen auch erwachsener und nachdenklicher, wenngleich ihre Songs nicht mehr von der selben Angst durchzogen sind, wie zu früheren Zeiten. Und so sind die Kritiken auch überwiegend positiv. Der Guardian etwa schließt seine Kritik mit den Worten:
...its distinctly pastoral feeling is tempered with a slight nervousness and tension, the sound of the city [New York] meeting the countryside. It's gorgeous.
Etwas kritischer ist das Dusted Magazine und bemerkt treffend:
Here Before isn’t a perfect album. The energy ebbs midway through, and it’d be nice to have a few more surprises like that guitar solo. But it tells the truth; The Feelies really are here again, operating in a fashion as insular and purposeful as they did in days of old without denying who they are now. It’s good to have them around.
Also ein prima Album für die heißen, trägen Tage in der Hängematte, oder, etwas weniger exotisch, auf dem Balkon!
Die Vinylausgabe des Album ist streng limitiert und enthält eine Downloadkarte.
Bleibt zu erwähnen, dass die Alben Crazy Rhythms und The Good Earth kürzlich neu veröffentlicht wurden. Auch sie sind in ihren Vinylausgaben mit Downloadkarten ausgestattet, die exklusiv reichlich Bonusmaterial bereithalten!

Anhören (Clips)

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